Erik Thoma
Singer-Songwriter aus Freiburg im Breisgau


Über mich



Ich bin 1990 in Ravensburg geboren, doch bis zu meinem Abitur war ich in Radolfzell am Bodensee zuhause. Direkt neben Wäldern, einem Fußballplatz und dem See aufzuwachsen war sehr schön, doch als Jugendlicher konnte die Enge der Kleinstadt auch schnell bedrückend werden. Als ich acht war, bekam ich zum ersten Mal Klavierunterricht. Dabei wurde mir bald klar, dass ich am Notenlesen viel weniger Spaß habe als am eigenen Schreiben von Melodien und Texten. Durch meine Schwester und meine Mutter kam ich vor allem mit klassischer Musik in Berührung und durch meinen Vater eher mit der Rockmusik der 60er und 70er Jahre. Mein älterer Bruder hörte viel Oasis, Pearl Jam und die Red Hot Chili Peppers. Von ihm habe ich mir dann auch immer öfters CDs "ausgeliehen", als ich älter wurde. 


So passierte dann auch etwas, was mich der Musik mehr als alles andere näher brachte: Mit 13 Jahren war ich mit meinen Großeltern am Gardasee im Urlaub. Ich hatte mir davor das erste Coldplay-Album "Parachutes" von meinem Bruder auf den MP3-Player gespielt ohne die Band vorher zu kennen. Als ich dann dort am See entlang lief mit dieser Musik im Ohr und starkem Wind um mich herum, bekam ich immer wieder Gänsehaut. Ich fühlte, dass es da etwas Größeres gibt und dass es es gut mit mir meint. Es war, als ob das Leben durch das Rauschen der Blätter direkt zu mir sprach und mir sagen wollte, dass alles letzten Endes gut ist, dass es keinen Grund gibt Angst zu haben, dass ich vertrauen kann. Diese Erlebnisse motivierten mich dann, selbst noch mehr Musik zu machen und auch mit Gitarre spielen anzufangen.


Durch meine offene, sensible Art gepaart mit einem hohen Anspruch an mich selbst kam ich in der unsicheren Phase der Pubertät mit Ablehnung nur schlecht zurecht. Das oben beschriebene Vertrauen wurde dann immer mehr erschüttert. Mit 16, 17 Jahren fing ich an, mich immer mehr mit Philosophie zu beschäftigen und mit Sartre und Kafka die Welt und meine bisherigen Erkenntnisse in Zweifel zu ziehen. Es begann eine lang andauernde Identitätskrise. Ich hörte und spielte in dieser Zeit sehr viel Bob Dylan, dessen geheimnisvollen und zugleich lebensbejahenden Texte meinem Denken eher stand hielten als die nun als naiv hingestellte Coldplay-Musik. In dieser Zeit gründete ich mit Freunden die Band Amsterdam Neon, mit der ich mehrere Jahre lang Auftritte in der Konstanzer Gegend hatte und in der ich als Frontmann eigene Stücke gesungen und mit Gitarre begleitet habe. 


In der Abizeit gipfelte meine Krise dann in einem Höhepunkt: An einem Abend verlor ich mich so im Zweifel, was denn überhaupt wahr sei, woran ich mich denn überhaupt halten kann, dass mich eine Panikattacke überkam und ich das Gefühl hatte, in eine bodenlose Leere zu fallen. Diese nicht aufhören wollende Panik begleitete mich die nächsten Tage bis Wochen und konnte durch den kleinsten Gedanken an sie wieder entfacht werden. Schließlich wich die Angst einer völligen Gefühlstaubheit - was vielleicht noch schlimmer war. Durch verschiedene Strategien schaffte ich es immer wieder heraus aus der Angst und Depression. Aber über mehrere Jahre sollten sie immer wieder kommen. 


Mein Weg ging dann immer mehr in die spirituelle Richtung. Ich las viel Hermann Hesse, begann zu meditieren, beschäftigte mich mit Eckhart Tolle und verfolgte lange Zeit den Satsang-Lehrer Samarpan. Was mich mehr und mehr befreite, waren vor allem zwei Dinge: auf der einen Seite bewusste Entscheidungen zu treffen für das, was ich jenseits vom Kopf möchte in diesem Augenblick und auf der anderen Seite immer wieder aus dem Kopf heraus zu kommen und die Gefühle, die da sind, freundlich anzunehmen - ganz simpel und ohne Hokuspokus… In der ganzen Zeit hat mich die Musik immer begleitet und es war eine große Hilfe, Lieder zu schreiben und mich darin ausdrücken zu können. Ich bin glücklich, mich nun wirklich bereit zu fühlen, auch für andere Menschen zu spielen.


Rein äußerlich betrachtet habe ich nach der Schule zuerst drei Jahre in Freiburg gewohnt, wo ich ein FSJ absolviert und ein Studium der Sozialen Arbeit angefangen habe. Danach habe ich drei Jahre mit meiner damaligen Partnerin in Wuppertal gelebt, wo ich eine anthroposophisch orientierte Erzieherausbildung abgeschlossen habe. Im Sommer 2016 hat es mich dann wieder nach Freiburg gezogen, wo ich neben meiner Musik Erziehungswissenschaften an der Pädagogischen Hochschule studiere, um später einmal auch therapeutisch wirken zu können.